Bis zur Jahrtausendwende weigerte sich die Bundesregierung strikt, Armut in Deutschland als gesellschaftliche Realität anzuerkennen. Deshalb suchten Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und Kirchen, dieses Phänomen damals – so gut es ging – selbst zu dokumentieren. Im Februar 1994 erschien der erste Armutsbericht des DGB, der Hans-Böcklertiftung und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, im November 2000 der mit über 600 Seiten noch umfangreichere zweite.