Was ist mit sozialer Reproduktion – also dem Kinderkriegen, der Sorgearbeit und der Hausarbeit – im Faschismus? Diese Frage bleibt in aktuellen wissenschaftlichen Debatten um (Anti-)Faschismus häufig unterbelichtet. Auch im politischen Aktivismus ist der Antifaschismus oft uneindeutig, beispielsweise wenn rechte und erzkonservative Gruppen jährlich zu Tausenden gegen Schwangerschaftsabbrüche demonstrieren und der geschlechterübergreifende antifaschistische Protest dagegen ausbleibt. Dabei bleibt antifaschistische Analyse und Praxis gefährlich unvollständig, wenn soziale Reproduktion nicht systematisch in Faschismusanalysen einbezogen wird.