Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung Nr. 73, Mrz 2008 - http://zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/topic/44.ausgabe-73-maerz-2008.html

Der gegenwärtige Kapitalismus und seine alten Fiktionen

Karl Hermann Tjaden

Der Kapitalismus (ein Wort ohne eindeutigen Inhalt) demonstriert aktuell seine Potenzen, indem er fortgesetzt die Energiebilanz zwischen Weltraum und Erde stört und das hier noch vorhandene Leben durch Noxen bedroht. Zudem wird gemeldet, daß es 200 Jahre nach Abschaffung des Sklavenhandels weltweit so viele und so billige Sklaven gibt wie nie zuvor.[1] Wenn das Wort Globalisierung überhaupt eine Bedeutung gewinnen kann, dann die der heute erreichten Globalität kapitalistischer Destruktivität. Diese gesellschaftliche Gewalttätigkeit hat zwar eine lange kapitalistische Geschichte und eine noch viel längere präkapitalistische Vorgeschichte, aber ihre erdumspannenden Aus- und Folgewirkungen sind neu. Und weil die Störwirkungen dieser Wirtschaftsweise so gewichtig, umfassend und eindrucksvoll sind, bedarf die moderne, die kapitalistisch formierte Gesellschaft heute mehr denn je der Verschleierung der Funktionen, Mechanismen und Effekte dieser Wirtschaftsweise und der verschiedenen Gewaltverhältnisse, die mit ihr verbunden sind. Mehr denn je ist die bürgerliche Gesellschaft auf einige grundlegende Fiktionen angewiesen, mit deren Hilfe sie, seit den Anfängen ihrer kapitalistischen Produktionsweise bzw. seit ihrer Umformung zu einer monopolistischen und imperialistischen Wirtschaft und Gesellschaft, sich erhält, blüht und (scheinbar) gedeiht. Zu solchen grundsätzlichen Unterstellungen treten ferner zusätzliche Illusionen über die gesellschaftliche Realität, zu deren Erzeugung fleißige Geistesarbeiter/innen immer schon wie heute beitragen.

Die lange Geschichte gesellschaftlicher Gewalttätigkeit

Die kapitalistische Produktionsweise, also die Wirtschaftsweise, zwecks Verwertung unternehmerischen Kapitals massenhaft Waren durch lohnabhängige Arbeit zu erzeugen und zu verwenden, weist seit frühindustriellen Zeiten einen charakteristischen technisch-organisatorischen Kern auf. Es muß ihr darum gehen, Arbeitsgegenstände mithilfe arbeitskräftesparender Arbeitsmittel massenhaft zu weiteren Arbeitsgegenständen und Arbeitsmitteln sowie zu Gebrauchs- und Verbrauchsgütern zu verarbeiten, was einen Durchsatz von Stoffen und Einsatz außermenschlicher Kraft in großem Maßstab erfordert. Es braucht heutzutage nicht mehr gezeigt und erklärt zu werden, wie und warum dieser Produktionsmodus – mit der einer kapitalistischen Ökonomie immanenten Tendenz zu exponentiellem Wachstum – einen steigenden gesamtwirtschaftlichen Materialdurchsatz und Energieeinsatz impliziert, aus denen die heutige Artenvernichtung und Erderwärmung hervorgehen sollte. Nicht allgemein bekannt ist aber die Vorgeschichte der material- und energiewirtschaftlichen Implikationen des Kapitalismus und damit auch ein Gutteil der Gründe für die Gewalttätigkeit, die die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen zur nicht-menschlichen Natur – wie zueinander – in dieser Gesellschaft durchzieht.

Die Ausübung von Gewalt – z. B. von Verfügungsgewalt über abhängige Arbeitskräfte, unmündige Kinder, gefangene Feinde oder angeeignete Sachen – ist gewiß für Zivilisationen jeder Art charakteristisch. In der geschichtlichen Entwicklungslinie derjenigen Gesellschaften, welche der Entstehung der kapitalistischen Wirtschaft im äußersten Westen Eurasiens vorausgingen, sind aber darüber hinaus Merkmale einer besonderen Gewalttätigkeit festzustellen, die es rechtfertigen, hier von einem speziellen zivilisatorischen Entwicklungsweg zu sprechen.[2] Solche Merkmale kennzeichnen insbesondere – aber keineswegs nur – die forciert produktionsorientierte Subsistenzstrategie, welche mit den verschiedenen, einander ablösenden Produktionsweisen verfolgt wurde, beginnend mit den westasiatischen Anfängen dieser Zivilisation über die antiken und die Feudalgesellschaften im Westen Europas bis eben zur modern-bürgerlichen Gesellschaft in dieser Großregion des Kontinents und schließlich vielerorts auf dem Globus. In ihren südmesopotamischen Anfängen vor mehr als 5.000 Jahren basierte diese Subsistenzstrategie auf Bewässerungslandwirtschaft, die mit gewerblichen Massenfertigungen von gewissem Umfang und einem ausgedehnten Fernhandel verbunden war, wobei schon verhältnismäßig große Mengen von Produkten erzeugt und umgesetzt wurden. In dieser Agrarproduktion wurden, wohl erstmalig, in großem Maßstab bestimmte Böden, Pflanzen und Tiere systematisch zu Produktionsmitteln gemacht und Massen von Arbeitskräften kontrolliert in großen Wirtschaftseinheiten eingesetzt, wobei eine exzessive Nutzung tierischer Körpervermögen besonders wichtig war, ein wegweisender Sachverhalt. Dieser beispielgebende Produktionsmodus führte im Laufe der Jahre zu einer erheblichen Steigerung der Ausnutzung der Um- und Mitlebewelt. Mit diesem Modus und seiner spezifischen Kombination von Produktionselementen wurde „welt“-geschichtlich der Weg zur Massenerzeugung von Gütern, zu umfänglichem Austausch von Stoffen (zunächst v.a. biotischen Ursprungs) zwischen Umwelt und Menschen und zu gezielter Nutzung auch nicht-menschlicher Energiequellen (zunächst v.a. tierischer Zugkraft) eingeschlagen, wobei produzierte Arbeitsmittel und -gegenstände gegenüber der lebendigen Arbeit erheblich an Gewicht gewannen. Die Subsistenzpraxis – die Tätigkeiten zur Gewinnung des Lebensunterhalts – verwandelte sich also in forcierte expansive ökonomische Produktionsaktivität. Deren Gestalt sollte sich – was hier nicht ausgeführt werden kann – in der Gesellschaftsgeschichte des Westens Eurasiens zwar erheblich verändern, doch hielten sich verschiedene Eigentümlichkeiten durch (darunter die massenhafte Extraktion von Stoffen und Transformation von Energie sowie die Instrumentalisierung von abhängigen Arbeitsvermögen und von angeeigneten Naturvermögen durch Inhaber partikularer Verfügungsgewalten und -rechte). Der jeweiligen Ausprägung dieses Produktionsmodus entspricht eine Besitzer- und Eigentümergesellschaft, die sich in der jeweiligen Um- und Mitlebewelt meist ziemlich rücksichtslos extraktiv bzw. transformatorisch und instrumentell betätigt. Man denke im Falle der frühen südmesopotamischen Hochkultur an den Ackerbau mithilfe des gespanngezogenen Hakens, einer Vorform des Pflugs; an die Bedeutung der Fleischnahrung und der tierischen Muskelkraft; an die umfängliche Verwertung weiterer tierischer Stoffe, insbesondere von Milch und Wolle; an die gezielte massenhafte Nutzung verschiedener Getreide. Das bedeutete – wie dieses Beispiel ferner zeigt – eine Unterwerfung nicht nur von nicht-menschlichen Mitlebewesen, sondern auch von Menschen bzw. ihrer jeweiligen körperlichen Vermögen unter Verfügungsgewalten von Machthabern, welche gesellschaftliche Arbeit ausbeuterisch formieren: in diesem Beispiel vor allem in Form eines massenhaften Arbeitseinsatzes von Frauen z.B. in der Textilproduktion, von Sklavenarbeit, von rationeller Organisation dieser Wirtschaftstätigkeit, von sich entwickelndem Zwang gegenüber ablieferungspflichtigen Bauernfamilien (von den ebenfalls sich entwickelnden patriarchalen und staatlichen Verfügungsgewalten und -rechten an dieser Stelle ganz zu schweigen). Auch dies sollte sich im weiteren Gang des westlichen Zivilisationsprozesses fortsetzen, auch wenn nicht von einer ununterbrochenen, stetigen Entwicklung dieses technisch-organisatorischen Produktionsmodus gesprochen werden kann. Verschiedene Umstände und Selbstverstärkungsvorgänge führten aber zur Durchsetzung dieses Modus in der bekannten geschichtlichen Reihe west-europäischer Gesellschaften und zur allmählich Ausdehnung einer quantitativ ausgerichteten Güterproduktion, die im stofffressenden und energievergeudenden Kapitalismus einem Gipfel zustrebte. Diese produktionsfixierte Subsistenzstrategie begründete jene „Überlegenheit“ der West-Europäer (und der sog. Neoeuropäer auf anderen Kontinenten) gegenüber vor-zivilisatorischen Kulturen, aber letztlich auch gegenüber anderen, weniger aggressiv-exploitativen Zivilisationstypen; eine Überlegenheit, die sich schließlich als unwiderstehliche ökonomische Potenz präsentierte. Hauptgrundlage dessen war und ist die quantitativ ausgerichtete Produktion, die in der kapitalistischen Ökonomie die Form massenhafter Warenproduktion angenommen hat. In der quantitativ ausgerichteten Produktion – so meine Definition – werden reproduzierbare und quantifizierbare Produkte in großen Quantitäten erzeugt. Sie ist gekennzeichnet durch den langfristig zunehmenden Ersatz der lebendigen Arbeit von Menschen mittels arbeitssparender Arbeitsmittel und durch die Verarbeitung von immer mehr Arbeitsgegenständen, einhergehend mit einem wachsenden Umsatz von Material und Einsatz nicht-menschlicher Energie. Resultat dessen ist eine (wenn man so will: aggressive) Hypertrophie der angewandten Produktionsmittel sowie der erzeugten Arbeitsprodukte und ihrer Rückstände – gemessen an den Erfordernissen der Reproduktion der Menschen und ihrer natürlichen Umwelt.

Warenfetisch und „Mensch-Natur“-Dichotomie

Mit der massenhaften Warenproduktion verbindet sich das Theorem des „Fetischcharakters der Ware“, das Karl Marx im Zuge seiner Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus formuliert hat. Der Warenfetisch ist – anders, als es in der frühen Begriffsausdeutung von Georg Lukács erscheint – eine ökonomische Kategorie, ebenso wie die damit verbundenen Begriffe Kapitalfetisch und Geldfetisch, die auf die beiden anderen Formen des „Werts“ bezogen sind. Daß die verschiedenartigen Gebrauchsgüter einen bestimmten Wert haben, der sie vergleichbar macht, ist nach Marx darin begründet, daß die für ihre Herstellung aufgewendeten gesellschaftlich notwendigen Arbeiten als gleiche begriffen werden können; daß dieser Wert eine bestimmte Größe hat, ergibt sich aus der jeweiligen zeitlichen Dauer dieser erforderlichen Arbeit; und daß die verschiedenartigen Güter in einem bestimmten Wertverhältnis stehen, hat zur Grundlage, daß die jeweiligen Hersteller vermittels ihrer Arbeiten in gesellschaftlichen Beziehungen stehen. Die konkreten Eigenschaften der verschiedenen Arbeitserzeugnisse, Arbeitstätigkeiten und gesellschaftlichen Arbeitsverhältnisse (einschließlich der Klassenspaltung) verschwinden beim Warentausch hinter den Wertmerkmalen, die mit jenen sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften und Beziehungen nichts zu tun haben, außer, daß der Wert im Rahmen eines Wertverhältnisses den Warenkörpern zugeordnet ist. Der Wert der Waren vermittelt aber ihre Bewegungen auf den Warenmärkten, so daß diese materiellen (ebenso wie bestimmte ideelle) Produkte der Menschen als Wertträger „mit eignem Leben begabte, untereinander und mit den Menschen in Verhältnis stehende selbstständige Gestalten“ zu sein scheinen, wie es im berühmten sog. „Fetischkapitel“ des „Kapital“ heißt: „Dies nenne ich den Fetischismus, der den Arbeitsprodukten anklebt, sobald sie als Waaren producirt werden, und daher von der Waarenproduktion unzertrennlich ist“.[3] Diese Verkehrung eines dinglichen Gegenstands in ein scheinbar lebendiges Wesen kennzeichnet die Wertgegenständlichkeit oder Werteigenschaft der zu Waren gewordenen Gebrauchsgegenstände. Die Werteigenschaft der Ware und der Fetischcharakter der Ware sind daher ein und dasselbe. Mit anderen Worten: der Wert ist der Fetisch, der Fetisch ist der Wert.[4]

Über Konstitution und Charakter des Warenwerts wird seit der Wende des 19. zum 20. Jh. gestritten, da Marx diese Fragen nicht eindeutig beantwortet hat.[5] Ein zentrales Problem war und ist die Gewichtung der Momente Wertbildung durch Arbeit (in der Warenproduktion) und Wertausdruck durch Geld (in der Warenzirkulation) und ihr Verhältnis zueinander. Je nach dem, wie man dieses Verhältnis begreift, ergeben sich verschiedene Auffassungen des Warenwerts sowie der Warentauschbeziehungen, wobei meist entweder der durch Arbeitsmengen bestimmte Güterwert oder der durch Geld vermittelte Warentausch als entscheidende Bedingung der Wertbeziehungen gelten. Aus dieser Grundfragestellung haben sich verschiedene offene Probleme der marxistischen politischen Ökonomie ergeben, die man vielleicht nicht hätte, wenn man beide Bedingungen der Wertbeziehung zusammensehen würde. Daß ein Gut im Austausch mit anderen Erzeugnissen einen Wert hat, wobei dieser Wert eben aufgrund dieses Austauschverhältnisses eine bestimmte Größe besitzt, ist eine tatsächliche Annahme oder Unterstellung, welche Implikat und Resultat gesellschaftlicher Praxis ist. Diese Praxis bewegt sich hierbei innerhalb des jeweiligen Rahmens einer vorgegebenen arbeitsmäßigen Wertbestimmung und einer erzielbaren geldlichen Wertbestimmung und hat insoweit den Status einer sowohl durch Herkommen als auch durch Übereinkunft gekennzeichneten, aber durch Gesetzmäßigkeit und Entscheidung bestimmten gesellschaftlichen Konvention. Das ist ein Begriff, unter den auch die Praktiken gefasst werden können, die zur Angleichung von Profitraten und Verwandlung von Werten in Produktionspreise führen (Engels zufolge[6] nicht nur eine theoretische, sondern auch eine praktische Angelegenheit). Die in den Wertverhältnissen benannten Werte werden endgültig durch konventionelle wie konventionale gesellschaftliche Zuschreibung konstituiert, als teils unbewußte, teils bewußte Annahmen oder Unterstellungen seitens aller Beteiligten, und haben dadurch den Charakter einer Fiktion. In diesem Sinne kann der Wert auch als ein den auszutauschenden Gütern angeheftetes Gedankengebilde betrachtet werden, wie Marx einmal nahegelegt hat, als er die „Gegenständlichkeit“ jener abstrakten menschlichen Arbeit, die die Wertgegenständlichkeit der Güter im Warentausch ermöglicht, als „nothwendig abstrakte Gegenständlichkeit, ein Gedankending“ bezeichnet hat.[7] Da die Wertzuschreibung bekanntlich eine Reduktion der sinnlich erfahrbaren Eigenschaften des Gebrauchsguts auf ein Abstraktum beinhaltet, handelt es sich beim Wert um eine reduktiv-abstraktive Fiktion.

Selbstverständlich hat diese zentrale Kategorie der kapitalistischen Produktions- und Reproduktionsweise (wie die Möglichkeit der Dechiffrierung des Warenwerts als Warenfetisch in der Marxschen Ökonomiekritik) ihre Vorgeschichte; nicht nur in der Entfaltung der Warenwirtschaft, sondern darüber hinaus in der sich entwickelnden historischen Realität einer massenhaften Produktion, Zirkulation und Konsumtion reproduzierbarer und quantifizierbaren Güter überhaupt.[8] Letztere ist die historische und logische Bedingung dafür, daß Vorstellungen wie die von einer Vergegenständlichung notwendiger Arbeit in Gebrauchsgegenständen oder die ihres Geldwerts gesellschaftlich entstehen und sich verbreiten können. Friedrich Engels (dessen Kritik an der Auffassung, das Wertgesetz sei eine Fiktion, sich nicht auf den Wert selber bezieht) verweist anschaulich auf die allmähliche Entwicklung erfahrungsgestützter Wertbestimmungen insbesondere im örtlichen Umgang der mittelalterlichen Warenbesitzer miteinander, die anhand von Arbeitsmengen oder Geldgrößen für konkrete Güter erfolgen.[9] Daß in der kapitalistischen Warenwirtschaft (insbesondere in ihrer modernsten Form, aber auch schon im frühen Handelskapitalismus) Kapital- und Geldwerte ohne Bindung an Warenkörper in großem Maßstab gehandelt werden, zeigt, was schon für den normalen Warentausch gilt, nämlich die Realität der Fiktion „Wert“. Reduktiv-abstrakte Fiktion zu sein hindert den Wert nicht, sondern ist vielmehr Voraussetzung dafür, in der Realität der kapitalistischen Produktionsweise, mit der er unlöslich verbunden ist, effektiv zu fungieren: als unentbehrliches orientierend-rationalisierendes Hilfsmittel der Produktion, Zirkulation, Distribution und sogar Konsumtion von Waren sowie als legitimatorisch-illusionistisches Mittel der Verschleierung der Arbeits- und Gewaltverhältnisse der kapitalistischen Ökonomien, auch in ihren Außenbeziehungen.

Die quantitativ ausgerichtete Produktion von Produkten – insbesondere die kapitalistische Warenproduktion – ist seit frühesten Zeiten mit einer Zweiteilung von „Mensch“ und „Natur“ verbunden, der Marx ebenfalls Ausdruck verliehen hat, obwohl angesichts der Vielfalt seiner Aussagen über Beziehungen zwischen den menschlichen und den nichtmenschlichen Momenten der Natur schwer auszumachen ist, ob und ggf. inwieweit diese Dichotomie von ihm als Fiktion erkannt worden ist. Wie dem auch sei: daß Menschen aus ihrer natürlichen Um- und Mitlebewelt massenhaft und regelmäßig Güter gewinnen, beinhaltet eine Unterscheidung von „Mensch“ und „Natur“, die in besonderem Maße zum Gegensatz wird, wenn Menschen (abgesehen von unterdrückten anderen Menschen) andere Tiere in die Artefaktproduktion einbeziehen: dies geschieht, wenn andere Tiere durch Tierhaltung und -zucht zu Arbeitsergebnissen werden; wenn sie als stoffhaltige, lebende oder tote, Arbeitsgegenstände benutzt werden; und vor allem wenn sie, im Fall der Last- und besonders Zugtiere, als mit Kräften ausgestattete Arbeitsmittel eingesetzt werden. Diese Ausnutzung bestimmter Tierarten ist ein Markenzeichen westlicher Gesellschaften seit ihren westasiatischen Anfängen. Im Altertum entstanden verschiedene Ansatzpunkte der Auffassung, daß die Menschen von den übrigen Tieren wesensverschieden und ihnen übergeordnet seien, eine Meinung, die im Mittelalter durch die Wahnvorstellung, die Menschen seien das liebste Geschöpf Gottes, weiterentwickelt wurde. Die spätere strikte cartesianische Entgegensetzung von „Tier“ und „Mensch“ sollte zwar die bald einsetzende philosophische und wissenschaftliche Kritik und insbesondere die Evolutionstheorie und die moderne ökologische Argumentation nicht überleben. Aber auch heute noch meint man, z.B. im Rahmen neurowissenschaftlicher Forschung, einen grundlegenden Unterschied zwischen humanen und allen übrigen tierischen, „subhumanen“ Lebewesen behaupten zu können. Der Glaube an eine Sonderstellung des Menschen in der sog. Schöpfung oder Natur ist auch in marxistisch-dialektisches Denken eingegangen, das sich in diesem Fall und insoweit als nur beschränkt materialistisch erweist.[10] Er lebt auch in der Zielvorstellung weiter, den gesamten „Stoffwechsel“ des Menschen „mit der Natur“ mittels zentraler staatlicher Planung und Leitung des Gesamtgeschehens der Gesellschaft und ihrer Geschichte zu kontrollieren, so daß „der Mensch, in gewissem Sinn, endgültig aus dem Thierreich [scheidet]“, eine – von Marx und Engels angedeutete, wenn auch so nicht vertretene – sozialistische Version der dichotomischen Sicht dieser beiden Naturmomente.[11] Die fiktionale Dichotomie von „Mensch“ und „Natur“ bekundet einen sich vertiefenden realen herrschaftlichen Gegensatz zwischen Menschen und anderen Tieren, der sich, wie leicht zu zeigen wäre, im Zuge der Geschichte der antagonistischen Wirtschaftsweisen im Westen Europas entwickelte. Eine aktuelle Erscheinungsform dieses Gegensatzes, durch die die Globalität kapitalistischer Destruktivität bezeugt wird, ist die weltumspannende Tierproduktions- und Fleischindustrie und Allgegenwart des McDonalds’-Unternehmens.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der „Wert“ in der kapitalistischen Warenwirtschaft und die Abspaltung „des Menschen“ von „der Natur“ in der modern-bürgerlichen Gesellschaft, zwei für das Funktionieren dieses System wesentliche Fiktionen, sind beide Resultat der Gesamtentwicklung der Zivilisation im Westen Eurasiens und insbesondere in West-Europa.

Zivilisationsklischee, Geschlechterfiktion, Sozialstaatsillusion

Damit kommen wir zu den Kollateralfiktionen „Europäische Zivilisation“, „Geschlechterverhältnis“ und „Gemeinschaftlichkeit des Staats“, die sich mit und in der Vorgeschichte bzw. Geschichte des Warenfetischismus und Anthropozentrismus entwickelt haben. Wir können uns (weil einschlägige ausführliche Darstellungen hierzu in Arbeit sind) hier kurz fassen.[12]

Daß Menschen anderer Kulturen mit Distanz betrachtet werden, ist vermutlich ein Merkmal aller Zivilisationen, doch daß sich diese Distanz mit latenter oder manifester Aggressivität verband, dürfte nicht überall und durchgängig der Fall gewesen sein. Letzteres scheint in den Gesellschaften des west-europäischen Wegs der Geschichte, der verschiedentlich als Sonderweg bezeichnet worden ist, aber so gewesen zu sein. Ergebnis oder/und – je nach Umständen – Gegenstand eigener Aggressionen waren für die alten Griechen die Barbaren (seit den Perserkriegen eine Bezeichnung für verachtete und oft zugleich bewunderte Fremde); für die Römer die nichtrömischen freien Bürger in den mit oft brutaler Gewalt eroberten Provinzen, die peregrini; für die mittelalterlichen Christen die Ungläubigen und Ketzer, für die frühen neuzeitlichen europäischen Conquistadoren und Kolonialisten die indios und andere Eingeborene, für die deutschen und andere Faschisten das Weltjudentum, für zeitgenössische Verfechter der europäisch-westlichen Zivilisation eine als Terroristen bezeichnete zahlenmäßig unbestimmte Zufallsauswahl von Menschen. Der realhistorische Hintergrund ist die wechselhafte aber andauernde Geschichte der territorialen west-europäischen Expansion, insbesondere von ineinandergreifenden Landnahmen, Aneignungen von Ressourcen und Produkten und schließlich Handelstätigkeiten und vice versa, in der historisch variable Kombinationen heterogener Faktoren wie Nutzenerwägungen, Gewinnerwartungen, Bevölkerungsdruck und Landmangel, Gotteskriegertum, Rassenwahn und reine Raubgier wirksam wurden. Nachbargebiete der West-Europäer, über die – wie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit – falsch- oder ungläubige Machthaber herrschten, konnten Ziel, aber auch selber Ursprung expansionistischer Aggressivität sein. Als die West-Europäer dann seit dem Übergang zur Neuzeit Unterwerfungen, Beraubungen und Bewirtschaftungen von Land und Leuten in Übersee einleiteten und schließlich großflächig verwirklichten, reicherte sich das abendländische Selbstbewußtsein über die religiösen Fiktionen hinaus auch mit philosophisch-wissenschaftlichen Legitimationen an: Im 18. Jahrhundert kam es zur Erfindung der – vor allem als typisch europäisch verstandenen – Zivilisation. Deren Werte in den Himmel zu heben, blieb eine Daueraufgabe von christlicher Religion und bürgerlicher Philosophie bis auf den heutigen Tag.

Mit der reellen Subsumtion lohnabhängiger Arbeiter unter industrielles Kapital, die im Westen Europas im 18. Jh. begann, wurden in den betroffenen Erwerbspersonengruppen (1) die Trennung von (einst familialer) Gütererzeugung und (nach wie vor) familialer Güterverwendung durchgesetzt und (2) die Möglichkeit der familialen Selbstversorgung der Arbeitskräfte und aller Familienmitglieder und ihres eigenständigen Lebensunterhalts insbesondere im Fall von Krankheit und von unfall- oder altersbedingter Erwerbsunfähigkeit im Prinzip zunichte gemacht. Die überkommene patriarchale Eltern- und Gattenfamilie verlor ihre Grundlage der Einheit von Wirtschaftsbetrieb und Familienhaushalt. Es entstanden zwei Fragen: (1) ob die durch den Familienvater beherrschten Eltern- und Gatten-Beziehungen nunmehr lediglich durch die ehemännliche Pflicht der Beschaffung des Familienunterhalts begründet seien, die von der ökonomischen Basis der mittelalterlichen Familie übrig geblieben war; (2) ob das staatliche Gemeinwesen nicht gehalten sei, desaströsen Verschlechterungen der Arbeits- und Lebensbedingungen der proletarischen Arbeitskräfte und ihrer Familien entgegen zu wirken und insbesondere Ersatzleistungen in Notfällen zu organisieren? Der Staat beschränkte sich in dieser Angelegenheit auf einige Minima: in Preußen bzw. Deutschland z.B. mit der Einstufung der Ehe als Vertragsangelegenheit zwischen Frau und Mann, zum Zweck der Kindererzeugung und/oder gegenseitiger Unterstützung und als Voraussetzung geordneter Familienverhältnisse (1794); und mit der in den 1840er Jahren einsetzenden Fabrikgesetzgebung sowie mit Sozialgesetzen insbesondere zur Einführung von Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Alters-Pflichtversicherungen für die lohnabhängige Arbeiterschaft (1881/83 ff). Selbstverständlich berührte der Ehevertrag, der allerdings mit der kirchlichen Bevormundung des Eheverhältnisses Schluß machte, nicht das patriarchale Gewaltengefüge der Unterhaltsfamilie, insbesondere nicht die Befugnis des Familienvaters, in allen das gemeinschaftliche eheliche Lebens betreffenden Angelegenheiten das letzte Wort zu haben; und die Arbeits- und Sozialgesetzgebung stellte, trotz erfreulicher Regelungen beispielsweise zur Beschränkung von Kinderarbeit oder zur Dauer der Arbeitszeit, natürlich keine Einschränkung des Eigentums der Unternehmen an der Wertschöpfung und ihrer Verfügungsgewalt über das angelegte Kapital dar, die der Staat vielmehr garantierte. Daher blieben die aufgebrochenen Fragen offen, und zwar bis in die Gegenwart hinein: was ist das Wesen von Ehe und Familie und was ist der eigentliche Zweck der Staatstätigkeit? Die erwähnten gesetzgeberischen Maßnahmen selber bahnten der Verschleierung des Problems den Weg: das Verhältnis von Frau und Mann in Ehe und (daraus folgend) Familie sei wesentlich Ergebnis eines wechselseitigen Kontrakts zweier Individuen; der Staat, der schließlich dem Gemeinwohl diene, verfolge mit der Arbeits- und Sozialgesetzgebung vor allem dieses Ziel. Hieraus entwickelten sich seit dem 19. Jh. bis heute währende ideologische Diskurse, die – wenngleich oft kritisch motiviert – weiter treiben bzw. betreiben, was in diesen Maßnahmen angelegt ist: die Verschleierung bzw. Unterschätzung der genannten – familialen bzw. politischen – gesellschaftlichen Gewaltverhältnisse. Es entstehen Konzepte sog. Geschlechtscharaktere und der Beziehungen zwischen „dem weiblichen“ und „dem männlichen Geschlecht“, zusammengefasst im Begriff des „gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisses“, der vom komplexen Gefüge verfügungsgewaltlicher Beziehungen zwischen Frauen und Männern und von Erwachsenen und Kindern in der immer noch patriarchal geprägten Familie (wie von jederlei sonstigen zwischenmenschlichen Verhältnissen) abstrahiert, zugunsten einer Vorstellung von Beziehungen zwischen Träger/inne/n von Geschlechtsmerkmalen, seien diese als natürliche oder kulturelle definiert. Und es wird, ausgehend von frühen wohlfahrts- und policeystaatlichen Ideen und Aktivitäten, nicht zuletzt von konservativer Seite die Möglichkeit und Notwendigkeit eines „Sozialen Königtums“ (von oder nicht von Gottes Gnaden) erörtert und so jene Illusion der Gemeinschaftlichkeit des Staats gefördert, die K. Marx und F. Engels schon früh kritisiert hatten; bis sich dann im 20. Jh. der Begriff des Sozialstaats durchsetzte (den W. Abendroth politisch zu nutzen versuchte, während ihn Ch. Neusüß politisch kritisierte), wobei in der ökonomisch-sozial orientierten Sozialstaatsdiskussion der ursprüngliche und immer noch maßgebliche Zweck des bürgerlichen Staats verschwindet, der sich in seinen beiden wichtigsten Machtmitteln und damit verknüpften heterogenen Interessen offenbart: der Polizei und dem Militär.

„Gesellschaftliche Naturverhältnisse“ und andere Ideologeme

Die kapitalistisch formierte Gesellschaft lebt mit einer Vielzahl weiterer Fiktionen, auch solchen, die unmittelbar als Herrschaftsmittel dienen.[13] Aber auch nicht-herrschaftliche Versatzstücke der Wirklichkeit vermögen viel zur Verschleierung des Kapitalismus beizutragen. An deren Herstellung können auch Wissenschaftler/innen mitwirken, wenn sie sich vor allem für Theorien und kaum für Realitäten interessieren, weil hieraus die Gefahr erwächst, Fiktionales mit Realem zu verwechseln. Als z. B. im 20. Jh. deutlich wurde, welche Dimensionen menschliche Manipulationen in der Geo-, Hydro-, Bio- und Atmosphäre mittlerweile annehmen, kamen v. a. Geisteswissenschaftler auf die absurde Idee, die Menschen seien außer den Herren auch die „Schöpfer“ „der Natur“.[14] Weniger überheblich, aber kaum minder beschränkt ist das Konzept „gesellschaftliche Naturverhältnisse“ einer Gruppe „sozialökologischer“ Forscher/innen, das immerhin besagt, daß die Natur, mit der wir es zu tun haben, „sozial konstituiert“ sei.[15] Der Terminus „Gesellschaftliche Naturverhältnisse“ bezeichne allgemein ein „Verhältnis von Gesellschaft und Natur“ und im besonderen vielfältige Beziehungen „unterschiedlicher gesellschaftlicher und natürlicher Elemente“. „Eindeutig oder gar allgemeinverbindlich“ solle dieser Begriff aber nicht „definiert“ werden.[16] Das ist ein weiser Rückzieher. Denn abgesehen von der Vieldeutigkeit der Begriffe „Gesellschaft“ und „Natur“ ist die Grundvorstellung, Gesellschaft stehe in einem Verhältnis zur Natur, abwegig: Gesellschaft ist – hier können wir an Marxens Arbeitsbegriff anknüpfen – kein Widerpart der Natur, sondern eine Veranstaltung der Vermittlung menschlicher und nicht-menschlicher Naturmomente. Das ist eine Einsicht, die auch aus der ökosystemaren Forschung und Begriffsbildung gewonnen werden kann, und sie bildet eine der Voraussetzungen für ein angemessenes Verständnis des gegenwärtigen Kapitalismus.

Mit dem einst von Horkheimer erfundenen Label Kritische Theorie – eine Bezeichnung, unter der bis heute auch seriöse theoretische Kritik der kapitalistischen Realität betrieben wird – und dem Schlagwort Kritische Wissenschaft schmücken sich inzwischen manche Geisteswissenschaftler/innen, deren Spiele mit leeren Begriffen zur Verhüllung dieser Wirklichkeit beitragen. Mittlerweile reicht es, Texten Titel aus beliebigen Kombinationen geronnener Ideologeme – wie Subjekt, Dialektik, Globalisierung oder Neoliberalismus – zu verpassen, um als kritische(r) Wissenschaftler(in) zu gelten. In dauernd neuer Kombination verdinglichter Konzepte werden Welten aus Pappmaché konstruiert, deren Haltbarkeitsdauer beschränkt sein dürfte.

Es gibt wahnhaftes Denken, das in (tatsächlichen oder zugeschriebenen) Störungen der i.w.S. körperlichen Verfassung individueller Menschen gründet und wirkt[17], sowie wahnhaftes Denken, das auf der gewalthaltigen Verfassung konkreter Gesellschaften beruht. Beiden ist gemeinsam, daß es sich um Verrücktheiten handelt, und zwar um Bewusstseinszustände, die durch Fiktionen sich auszeichnen, die als solche reale Funktionen im Existenzmodus der jeweiligen Menschen und Gesellschaften erfüllen. Will man die Fiktionen beheben, muß man also den jeweiligen Existenzmodus ändern.

[1] Süddeutsche Zeitung 24./25. 03. 2007.

[2] Vgl. die Untersuchungen in den drei Bänden der „Studien zu Subsistenz, Familie, Politik“: L. Lambrecht u. a., Gesellschaft von Olduvai bis Uruk, Kassel 1998; M. Tjaden-Steinhauer/K.H. Tjaden, Gesellschaft von Rom bis Ffm, Kassel 2001; U. Sperling u. a., Gesellschaft von Tikal bis irgendwo, Kassel 2004.

[3] K. Marx, Das Kapital Erster Band 1872, MEGA² II/6, Berlin (DDR) 1987, 103; vgl. MEW 23, 86f.

[4] Ausführlicher: K. H. Tjaden, Ist der Fetischcharakter der Ware ein Bewusstseinsphänomen?, Typoskript; ders., Le caractère fétiche de la marchandise et du capital comme résultat de la civilisation occidentale, vorgesehen für Actuel Marx, automne 2008.

[5] Vgl. M. Heinrich, Die Wissenschaft vom Wert, Hamburg 1991, 255, überhaupt 154-255.

[6] F. Engels, Wertgesetz und Profitrate, Erster Nachtrag zu Buch 3 des ‚Kapital’. In: K. Marx, F. Engels, Manuskripteund redaktionelle Texte zum dritten Buch des „Kapitals“ 1871 bis 1895, MEGA² II/ 14, Berlin 2003, 323-340, hier 339f; vgl. MEW 25, 916f.

[7] K. Marx, Das Kapital Erster Band 1867, MEGA² II/5, Berlin (DDR) 1983, 30, Hervorhebung im Original.

[8] Vgl. F. O. Wolf, Marx’ Konzept der „Grenzen der dialektischen Darstellung“. In: J. Hoff u.a., Hrg., Das Kapital neu lesen, Hamburg 2006, 159-188, bes. 163.

[9] F. Engels, Wertgesetz und Profitrate, Erster Nachtrag zu Buch 3 des ‚Kapital’, a.a.O., bes. 330ff; vgl. MEW 25, 906ff.

[10] Vgl. z. B. H. H. Holz, Weltentwurf und Reflexion, Stuttgart etc. 2005, 379.

[11] K. Marx, Das Kapital Erster Band 1883, MEGA² II/8, Berlin (DDR) 1989, 191; vgl. MEW 23, 192; F. Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring). In: MEGA² I/27, Berlin (DDR) 1988, 217-483, 446; vgl. MEW 20, 264.

[12] Vgl. M. Tjaden-Steinhauer, Geschlechterdenken und patriarchalische Dienstbarkeit; M. Tjaden-Steinhauer/K. H. Tjaden, Staatliche Gewalt; K. H. Tjaden, Selbstüberhebung und Dienstbarmachung; drei Beiträge zur Zivilisationskritik im Sammelband „Gesellschaft und Bewußtsein“, herausgegeben von Th. Mies u. a., Studien zu Subsistenz, Familie, Politik, Bd. 4, Verlag Winfried Jenior Kassel, 2008/2009, sowie die hier jeweils angegebene Literatur.

[13] Für deren besondere Ausprägung im deutschen Faschismus vgl. R. Hilberg, Die Quellen des Holocaust, Frankfurt-M. 2002, 99-123 u. pass.

[14] Vgl. z. B. S. Moscovici, Versuch über die menschliche Geschichte der Natur, Frankfurt-M. 1982, 27-31.

[15] G. Böhme, ... vom Interesse an vernünftigen Zuständen durchherrscht. In: G. Böhme, A. Manzei, Hrg., Kritische Theorie der Technik und der Natur, München 2003, 13-23, hier 15, im Original hervorgehoben.

[16] E. Becker, Th. Jahn, Umrisse einer kritischen Theorie gesellschaftlicher Naturverhältnisse, ebenda, 91-112, hier 100f.

[17] Vgl. den Beitrag von U. Sperling zum Thema Wahnsinn und Gesellschaft im oben genannten Sammelband „Gesellschaft und Bewußtsein“, herausgegeben von Th. Mies u. a., geplant für 2008/2009.

Dieser Artikel ist erschienen in Z. Nr. 73, Mrz 2008