Klaus Müller, der auch für Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung schrieb, ist am 3. März 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit mit 81 Jahren verstorben. Er war einer der wichtigsten Marxistischen Politökonomen Deutschlands und hat um die vierhundert Bücher und Artikel verfasst. Er hat sich insbesondere auf dem Gebiet der Geldtheorie und der Verteidigung der Marxschen Arbeitswert- und Geldtheorie einen Namen gemacht. Sein letztes großes Buch, Geldtheorien vom Altertum bis zur Neuzeit, erschien 2025 im international renommierten De-Gruyter-Brill Verlag.
Müller lebte in seinem Geburtshaus in der Nähe von Chemnitz. Nach Promotion und Habilitation in Berlin beziehungsweise Halle/Saale war er ab 1984 bis 1991 Professor für Politische Ökonomie an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt. Nach seiner Abwicklung wirkte er einige Jahre als freiberuflicher Dozent für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre und Rechnungswesen an der Universität Chemnitz sowie anderen Bildungseinrichtungen und wurde später Leiter des Studiengangs „Mittelständische Wirtschaft“ an der Staatlichen Studienakademie Glauchau. Dort war er auch in seinem Ruhestand bis zuletzt als externer Lehrbeauftragter für Volkswirtschaftslehre tätig.
Abgesehen von seinen Büchern und Artikeln über geldtheoretische Fragen lag ihm vor allem die Verteidigung des Marxschen ökonomischen Werks am Herzen. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang seine Bücher, die er mit theoretischen Kontrahenten in Dialogform verfasste. In diesen Auseinandersetzungen nahm er zwar kein Blatt vor den Mund, aber seine Argumentationen waren tief- und scharfsinnig und wurden von seinen Streitpartnern immer sehr ernst genommen. Seine wichtigste Arbeit dazu erschien 2024: „Steile Pfade, lichte Höhen – Marxistische Wirtschaftstheorie im 21. Jahrhundert“. Den Titel entnahm er einem Zitat von Karl Marx, der damit auf die Schwierigkeiten beim Studium seines Werkes hinweisen wollte. Das Buch lässt nahezu alle wichtigen Kontroversen um die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie Revue passieren.
Müller hat es seiner Frau mit seinem buchstäblich bis zuletzt an den Tag gelegten Arbeitseifer bestimmt nicht immer leicht gemacht. Trotzdem war er ein Familienmensch; die Widmung in seinem letzten Buch lautet: „Gewidmet meiner lieben Frau Ursula, meinen beiden wunderbaren Enkeltöchtern Felicitas und Tamina, sowie meinen Eltern Liesbeth und Paul Müller, denen ich die Liebe zum Lesen und Schreiben verdanke.“ Mit Klaus Müller verliert der Autor dieses Nachrufs, der selbst manchen theoretischen Strauß mit ihm ausgefochten hat, einen langjährigen, guten Freund.
Jürgen Leibiger